Stallbau und Kooperationen -
Exkursion für Milchviehhalter
Im Rahmen der internen Schulschwerpunktwochen wurde zum Thema RINDERHALTUNG und KOOPERATIONEN am Dienstag, dem 13.01.2009 mit der 2. und 3.Kl. eine Fachexkursion nach Niederösterreich durchgeführt. Am Programm stand der Kooperationsstall der Betriebsgemeinschaft „PERSCHLINGTAL MILCH Ges.n.b.R.“ in Pyhra. Diese Kooperation ist 1998 aus vier bäuerlichen Betrieben gegründet worden. Die Betriebsleiter standen damals vor der Entscheidung zu kooperieren oder ihren bäuerlichen Betrieb zuzusperren. Sie sahen im Alleingang keine Zukunft mehr. Der Lehrer Ing. Hubert Schagerl von der LFS-Pyhra hat mit den Gesellschaftern diese Kooperation gegründet und bis heute betriebswirtschaftlich begleitet.
In einem beeindruckenden Vortrag erklärt Schagerl die Entstehungsgeschichte dieser Kooperation und den Stallbau. Da diese Kooperation ohne Einsatz von Eigenkapital angefangen wurde waren
die Zeiten am Anfang keine leichten. Es galt durch diese Schwierigkeiten durchzutauchen.
Heute ist diese Kooperation mit einem 4-reihigen Liegeboxen-Offenfrontstall in Rundholzbauweie für 250 Milchkuhplätzen ein Musterbeispiel für Stallbau und Kooperation in Österreich.
Bei derzeit 208 Milchkühen liegt der Stalldurchschnitt bei 9118 kg Milch, 3,82 % Fett, 3,52 % Eiweiß. Gefüttert wird TMR für 4 Gruppen - melkende Kühe, Transitgruppe, Trockensteher, Kalbinnen. Gemolken wird in einem 16er Melkkarussell. Milchkontingent: 1.7 Mill.kg
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Besucht wurde auch der Betrieb der Fam. BUCHNER Rudolf u. Cäcilia in Traisen. Es werden 84 ha bewirtschaftet, davon 68 ha Grünland, 9 ha Acker, 7ha Wald. Es handelt sich um einen „spitzen“ Rinderzuchtbetrieb mit 55 Milchkühen (Fleckvieh u. Red Holstein).
Stalldurchschnitt:
Fleckvieh: 9.340 Milch kg 4,07 Fett % 3,40 Eiweiß %
Red Holstein: 10.757 Milch kg 4,01 Fett % 3,11 Eiweiß %
Erreicht wird diese Leistung durch ganzjährige Silagefütterung als AGR (Aufgewertete Grundfutterration mit Grassilage, Heu, Maissilage, Biertreber, Maisschrot) u. Transponder-fütterung. Der Liegeboxenlaufstall mit Auslauf und Außenliegeboxen wurde 1998 von der Fa. Hörmann errichtet. 2005 kam für Trockensteher und Jungvieh ein Zubau dazu. Der Betrieb besticht vor allem auch durch sein besonderes Outfit, da der Innenhof gepflastert und die Wege um die Gebäude und der Siloanlage asphaltiert sind, was den Betrieb insgesamt sehr sauber und gepflegt erscheinen lässt.
In Querverbindung zum Fachgegenstand ÖKOLOGIE wurde die größte Schnapsbrennerei Österreichs - die BIOETHANOLANLAGE in Pischelsdorf bei Tulln - besichtigt. Die Anlage ging am 2.7.08 in Betrieb, wurde mit einem Investitionsvolumen von 125 Mill. Euro errichtet u. für eine Produktionsmenge von rund 160.000 t Ethanol/Jahr ausgelegt. Für die Produktion werden Mais, Weizen u. Rübensaft eingesetzt. Aktuell wird die Anlage mit Weizen u. Mais im Verhältnis 50:50 gefahren. |
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Bei einer Vollauslastung reicht die Produktion für eine 10%-ige Beimischung von Ethanol zu Benzin in Österreich aus. Derzeit liegen wir bei einer Beimengung von 5,75 %. (Seit 1.10.08)
Die Erzeugung von Bioethanol ist ein wichtiger Schritt zu einer höheren Versorgungs-sicherheit in Österreich. Aus Umweltsicht ist festzuhalten, dass durch die Beimischung jährlich rund 400.000 t CO2 eingespart werden. Eine Bioethanolanlage ist gleichzeitig eine Eiweißproduktionsstätte großen Stils. So fallen in Pischelsdorf 190.000 t des hochwertigen Futtermittels „ActiProt“ an. „ActiProt“ kann als Ersatz für Sojaschrot in der Tierfütterung verwendet werden. Dieses Nebenprodukt ersetzt rund 60.000 ha Sojaanbaufläche. In Summe wird die AGRANA in Pischelsdorf jährlich bis zu 620.000 t Rohstoffe mit 70 Mitarbeitern verarbeiten.
Anmerkung: In Österreich werden jährlich 6,6 Mrd. Liter Diesel und 2,2 Mrd. Liter Benzin verbraucht. Die Beimischung von Ethanol zu Benzin wird von der ÖMV in Schwechat durchgeführt.
A.P. |
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